msg life AG: Im Süden nichts Neues / Bericht zur Hauptversammlung der msg life AG am 30.06.2016

msg life AG: Im Süden nichts Neues / Bericht zur Hauptversammlung der msg life AG am 30.06.2016

Hauptversammlung msg life AG: kurz und schmerzlos

Die Hauptversammlung der msg life AG ging am Donnerstag (30.06.2016) nahezu geräuschlos und ohne Aufreger über die Bühne. Hatte man in den letzten Jahren noch (mit abnehmender Tendenz) Beschwerden und kritische Fragen gehört, so war die HV am Freitag eine Pflichtveranstaltung mit der Abhandlung aller vorgeschriebenen Schritte – aber ohne nennenswerte neue Erkenntnisse.

Kritisieren lässt sich aus Aktionärssicht hauptsächlich, dass der Informationsgehalt der HV über das ohnehin reichlich vorhandene Material in den Geschäftsberichten hinaus sehr dünn ausfällt. Ein wenig mehr Verve und ein paar konkretere Informationen würden der Veranstaltung gut tun und einen Besuch der HV lohnenswerter erscheinen lassen.

msg life AG stabil aufgestellt

Da die meisten Aussagen ohnehin dem Geschäftsbericht zu entnehmen sind, beschränke ich mich bei der Wiedergabe auf die Kernaussagen und Aussagen, die u.U. so nicht einfach herauszulesen sind:

Laut eigenen Angaben ist man mit der msg life AG

  • der führende Softwareanbieter für Krankenversicherungen in den USA
  • der führende Softwareanbieter für Lebensversicherungen in der DACH Region

Seit langem besteht eine erfolgreiche Partnerschaft mit IBM und es gibt eine enge Zusammenarbeit z.B. auch in dem IBM Kompetenzzentrum in Ehningen.
Erwähnt wurde zudem, dass die msg life mehr Aktuare (ca. 80) als die Allianz beschäftigt und somit neben umfangreichem und tiefgreifenden IT Know-How auch über tiefes Branchen- und Fachwissen verfügt.

Vertriebserfolge 2015

  • hier wurden einerseits die Heidelberer Leben gannent
  • zum Zweiter wurde der US-Großauftrag für eine Angebots- und Auftragsplattform im Lebengeschäft bei der Prudential genannt (Auftragsvolumen ca. 5 Mio. USD)

cross selling:

Der Vertrag mit der Helvetia (Anm.: siehe z.B. hier) kam über die msg systems zustande, die für die Helvetia schon seit längerem tätig ist. Auch in anderen Bereichen werden Vertriebsaufwendungen der msg life und der msg systems gebündelt.
Zudem gibt es auch Synergien bspw. in der Verwaltung und in der Rechtsabteilung. Hier arbeitet man eng zusammen und reduziert somit die Aufwände auf beiden Seiten.

Strategie

Digitalisierung wurde als großen Thema auf der HV des öfteren genannt. So hat man in 2015 zum einen die Komponente für die Versicherungsmathematik als eine der letzten großen Komponenten auf die moderne JEE Technologie gehoben (“JEE Mathematik”). Als zweiter großer Meilenstein 2015 wurde die Entwicklung der msg.CuSS Komponente vorgestellt (CuSS – Customer Self Service) mit deren Hilfe der Kunde umfangreiche Prozesse selbst steuern und abwickeln kann (wie bspw. Anpassungen an laufenden Verträgen oder den Rückkauf von Policen).

Interessant hier ist die zweimalige Nennung eines potentiellen Erstkunden für msg.CuSS. Hier wird man voraussichtlich im Herbst einen ersten Vertriebserfolg vermelden können – eine mündliche Zusage liegt bereits vor. Nichtsdestotrotz muss hier natürlich immer auf die finale Bestätigung gewartet werden.

Hier bietet sich aber für die msg life AG eines der Zukunftsfelder. So arbeitet man nun daran die Versicherungssysteme durch moderne frontend Lösungen (Webanwendungen, Portale, mobile Anwendungen für Tablets und Smartphones) einfacher und überall zugänglich zu machen. So kann man auch den Kunden mehr in die Prozesse einbinden. Dies hilft Versicherern dabei, ihre Prozesskosten zu senken, in dem Teile der Prozessketten an den Kunden “ausgelagert” werden und so nicht von eigenen Mitarbeiters durchgeführt werden müssen.

Veräußerung msg life metris GmbH an die msg systems AG

In 2015 wurde die msg life metris GmbH an die Mutter msg systems verkauft, da die metris lt. Aussagen des Vorstands vom Geschäftsmodell nicht mehr zu neuen Strategie der msg life passt und sich besser in die msg systems einfügt. Als Kaufpreis wurden ca. 880 Tsd. Euro genannt. Insgesamt floß der msg life ein Sonderertrag von ca. 1 Mio. Euro zu (aufgrund des negativen Eigenkapitals).

(operatives) EBITDA Ziel 2015 fasst erreicht

Das EBITDA Ziel von ca. 8 Mio. Euro in 2015 wurde leicht verfehlt, da sich durch den metris Verkauf ein Sondereffekt von ca. 1 Mio. Euro eingestellt hat. Von den ca. 8,5 Mio. Euro EBITDA in 2015 sind somit ca. 7,5 Mio. operativ erwirtschaftet wurden. Dies lag leicht unter dem Ziel von 8 Mio. Euro.

Das Ergebnis des USA Geschäftes ist weiterhin auf einem hohen Niveau und man ist zufrieden mit der Akquisepipeline .

Folgende (bereits bekannte) Planzahlen für 2016 wurden nochmal bestätigt:

Umsatz gesamt: 110 – 112 Mio. Euro
EBITDA: 10-12 Mio. Euro
EBITDA Q1/16: 2, 1 Mio. Euro (zum Vergleich Q1/2015: 2,0 Mio. Euro)

Vergleich bzgl. der B+S Banksysteme Aktiengesellschaft erzielt

Aufgrund eines Vergleichs mit dem vormaligen Eigentümer der B+S Banksysteme, die in 2010 anteilig übernommen wurde, war die msg life Austria Ges.m.b.H vor dem Landgericht München verklagt. In der mündlichen Verhandlung im Februar 2016 hat man sich zwischen allen Beteiligten auf einen Vergleich geeinigt. Im Rahmen dieses Vergleiches zahlte msg life 750 Tsd. Euro im Aptil 2016. Alle Ansprüche und Altlasten bzgl. B+S sind damit abgegolten.

Kollektivgeschäft in den USA

Von Herr Wild (SdK) kam die Frage nach dem von Herrn Achter (zuständig für das Finanzresort und das internationale Geschäft bei der msg life) erwähnten Kollektivgeschäft in den USA. Hr. Achter erläuterte, es handele sich um Gruppen-Lebensversicherungen, die von Unternehmen für ihre Angestellten abgeschlossen werden. Hier möchte mach sich mit einem neuen Produkt am Markt etablieren. Somit wird msg life in den USA ihr Geschäft ausdehnen. Bislang war man hauptsächlich im KV-Markt aktiv.

Anmerkung: Das Geschäft in den USA bringt anteilsmäßig bei einem Umsatzanteil von ca. 23% den größten Teil des Ertrages ein. Das EBITDA im internationalen Geschäft liegt lt. Segmentberichterstattung im Geschäftsbericht bei ca. 5,3 Mio. Euro bei einem Gesamt-EBITDA von ca. 8,5 Mio. Euro! Das USA Geschäft ist somit für das Ergebnis der msg life sehr entscheidend.

Dividende

Die alljährliche Frage nach der Dividende wurde recht knapp und zurückhaltend vom Vorstandsvorsitzenden (Hr. Zielke) beantwortet. Man gehe davon aus, dass man in 2-3 Jahren dividendenfähig sein könne.

Anmerkung: Ich habe in meinem Bericht für die HV 2014 (also vor 2 Jahren!) nachgelesen zu diesem Punkt. Auch dort wurde bereits von einem Zeitraum von 2-3 Jahren gesprochen. Besonders ambitioniert scheint man also dieses Ziel nicht zu verfolgen…

Fazit

Im großen und ganzen ließen sich hier “nur” qualitative Eindrücke gewinnen. Quantitativ hat man lediglich den (angehobenen) Ausblick für 2016 bestätigt und sich optimistisch gezeigt, dass ob der gut gefüllten Vertriebspipeline die Ziele auch erreicht werden können. So gab es denn auch wenig Neues auf der HV. Die Aktionäre und auch Aktionärsvertreter waren auch zufrieden. Kritische Fragen gab es bis auf Kleinigkeiten keine und so konnte die Generaldebatte recht zügig abgearbeitet werden. Die Abstimmungsergebnisse fielen dementsprechend auch eindeutig aus. Mit wenigen Gegenstimmen wurde allen Tagesordnungspunkten zugestimmt.

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