Indexfonds: Definition und Verwendung

Indexfonds: Definition und Verwendung

Definition

Indexfonds sind Investmentfonds, die versuchen einen bestimmten Index (Aktienindex, Anleiheindex, Warenindex wie z.B. Öl, Immobilien Index und weitere) in seiner Performance möglichst exakt nachzubilden. Somit hat man die Möglichkeit bspw. direkt in den “DAX”, “MDAX”, “Dow Jones”, “S&P 500” oder unzählige weitere Indizes weltweit zu investieren. Sie verfolgen damit eine passiven Ansatz. Es wird nicht mit einem Fondsmanagement versucht Stock-Picking oder Market-Timing anzuwenden. Die Zusammensetzung richtet sich rein “mechanisch” nach der Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index.
Grundsätzlich gibt es dazu 2 verschiedene Möglichkeiten, wie die Fondgesellschaften dieses Ziel erreichen:

1) Investition in die im Index enthaltenen Assets (Aktien, Anleihen) im genau gleichen Verhältnis wie im Index

2) Verwendung von Finanzderivaten (Swaps) um die Entwicklung des Index zu spiegeln

Beide Möglichkeiten habe gewisse Vor- und Nachteile und es gelingt üblicherweise nicht den Index zu 100% nachzubilden. Das liegt z.B. daran, dass eine Änderung im Index (da dies ja nur theoretisch bei der Berechnung geschieht) sich nicht 1:1 nachbilden lässt. Ein Indexfonds, der Ansatz 1) verfolgt wäre z.B. bei Änderung einer Gewichtung nun gezwungen Aktien an der Börse zu kaufen bzw. zu verkaufen und der realisierte Kurs kann sich dann vom theoretisch in der Indexberechnung verwendeten unterscheiden. Zudem muss die Fondgesellschaft Gebühren für diese Transaktionen zahlen. Es gibt aber auch weitere Gründe (z.B. Gebühren) warum der Index nicht zu 100% nachgebildet wird.  Die entstehende Abweichung wird als Tracking Error bezeichnet. Je niedriger diese Zahl ist, umso näher liegt die Performance des Indexfonds an der tatsächlichen Performance des zugrunde liegenden Index. Üblicherweise werden Indexfonds als sogenannte Exchange Traded Funds (ETF) aufgelegt.

Einer der großen Unterschiede zwischen herkömmlichen (aktiv gemanagten) Investmentfonds und Indexfonds besteht in den Gebühren. Für Investmentfonds wird eine Managementgebühr (bzw. auch weitere Gebühren wie Verwaltungsgebühr) von teilweise bis zu 3% jährlich erhoben. Hinzu kommt i.d.R. noch ein Aufgabeausschlag, der bei Kauf eines Fonds von der Investmentgesellschaft fällig wird. Die genaue Höhe dieser Gebühren ergibt sich aus dem Verkaufsprospekt des Fonds, den man unbedingt vor jeder Investition anschauen sollte. Indexfonds hingegen erheben i.d.R. Managementgebühren die im Schnitt bei 0,4% pro Jahr liegen. Führt man sich vor Augen, dass die langfristige durchschnittliche Rendite von Aktienmärkten (je nach Studie und betrachtetem Zeitraum sowie Ländern) zwischen 5% und 9% liegt, so wird schnell klar dass man bei 2 oder 3% jährlichen Kosten etwas die Hälfte!! seiner Langfristrendite an die Fondgesellschaft verschenkt.
Genau hier liegt aber auch der Grund, warum Banken i.d.R. Indexfonds kaum anbieten und vertreiben – die Gebühren für die Finanzdienstleister bzw. das Fondsmanagement sind einfach viel unattraktiver als bei klassischen Investmentfonds.

Wie aus verschiedenen Studien hervorgeht, schlagen längerfristig weniger als 10% der aktiv gemanagten Fonds ihren jeweiligen Vergleichsindex. Somit hat man mit einer Investition in Indexfonds langfristig das Vergnügen, nicht nur mindestens 90% der aktiv gemanagten Fonds hinter sich zu lassen, sondern spart auch noch jedes Jahr Kosten und den Ausgabeaufschlag.

Verwendung

Indexfonds sind eher unter institutionellen Anlegern verbreitet, werden aber auch unter Privatanlegern beliebter. Folgt man der Efficient Market Theorie (die besagt, dass man langfristig nicht besser als der Markt abschneiden kann), die von informationseffizienten Finanzmärkten ausgeht, so macht es letztendlich keinen Sinn eine aktive Auswahl von Assets zur Investition zu treffen. Man wird langfristig nicht mehr Rendite erwirtschaften, als der Markt bzw. Index. Daher und aus verschiedenen weiteren Gründen können Indexfonds z.B. für einen Vermögensaufbau ohne große Erfahrung bzw. Investition von Zeit verwendet werden. Langfristig zeigen beispielsweise Aktienmärkte Renditen von bis zu 10%. Über die (eventuell regelmäßige, z.B. monatliche) Einzahlung in einen bzw. mehrere Indexfonds kann man ein weltweit in verschiedenen Anlageklassen diversifiziertes Portfolio aufbauen, dass sich mit wenig Zeitaufwand und unter Minimierung von Gebühren zum Vermögensaufbau verwenden lässt.

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