Die Visionen des Herrn Zehetmair / Bericht zur HV der MSG Life AG

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MSG Life AG: Die Visionen des Herrn Zehetmair / Dividende möglich in 2017

  • Die Möglichkeit eines Delistings auf Betreiben der MSG Systems AG treibt die Aktionäre und Aktionärsvereinigungen (SdK und DSW) um
  • Die Verlustvorträge werden nicht beeinträchtigt wenn die MSG systems ihren Anteil ausbaut (bis zu 70%)
  • Herr Zehetmair stellt seine Vision von der integrierten Versicherungslösung bis hin zur Integration des Endkunden in die Applikation per Web/Smartphone vor; ob eine Börsennotiz der MSG Life AG langfristig auch zur Vision von Herrn Zehetmair gehört blieb allerdings auf der Hauptversammlung unbeantwortet
  • Das Motto lautet: “Man hält, was man verspricht.”
  • Erfreuliche Entwicklungen in den Bereichen Consulting sowie USA Geschäft
  • Insgesamt sehr gute Aussichten, es bleibt aber die Frage:

“Was plant ein Unternehmen mit über 700 Mio. geplanten Umsatz in 2015 mit einer Tochter, die ca. 100 Mio. Umsatz macht und an der Börse notiert ist. Worin wird der Vorteil gesehen, dieses Börsenlisting längerfristig fortzusetzen”

Wie bereits letztes Jahr besuchte ich am 24.6.2015 die Hauptversammlung der MSG Life AG. Ort, Zeitpunkt und Besucher waren in etwas die gleichen wie im letzten Jahr.
Das wichtigste Fazit für mich lautet: Der Turnaround ist geglückt, die Wirren der vergangenen Jahre scheinen größtenteils hinter der Gesellschaft und den leidgeplagten Aktionären zu liegen. Nun geht es darum wieder in einem vernünftigen und stabilen Wachstumkurs einzuschwenken.
Trotz der positiven Entwicklung und Signale, die gestern vom Vorstand und Aufsichtsrat – speziell Herrn Zehetmaier – gesendet wurden, bin ich nur verhalten optimistisch für die Aussichten auf Kurssteigerungen der Aktie. Warum werde ich am Ende des Artikels erläutern.
Die Besucheranzahl betrug ca. 60-80 (geschätzt) und bewegte sich im Rahmen des Vorjahres – vielleicht war auch der ein oder andere zusätzliche Gast bzw. Aktionär anwesend. Man traf sich in der Filderhalle in Leinfelden/Echterdingen -was mir eine Fahrt von München über die schwäbische Alb bis nach Stuttgart bescherte.
Präsens: 26.295,873 Stückaktien vertreten (61,44% aller Aktien)
Der Bericht orientiert sich an meinen Mitschriften. Somit können manche Themen mehrfach angesprochen sein, da auch auf der HV auf einige Themen mehrmals an verschiedenen Stellen eingegangen wurde. Ich habe die Reihenfolge weitestgehend so belassen, wie die Themen auch auf der HV besprochen wurden.
Hr. Dr. Hofer eröffnete in seiner Funktion als AR Vorsitzender die HV pünktlich um 11 Uhr und begann nach der Verlesung der üblichen Hinweise mit dem Bericht des Aufsichtsrats

 Bericht des Aufsichtsrates der MSG Life AG

  • Bernhardt Achter wurde im Januar 2014 für 3 Jahre als  Mitglied des Vorstandes benannt
  • Volker Reimer hat am 19.2. zum 28.2.2014 sein Amt als Vorstand niedergelegt
  • Bestellung zum Vorstand wurde am 30.Juli für Dr. Hofer beendet
  • seit dem 1.1.2015 ist Herr Aristid Neuburger weiterer Vorstand für 3 Jahre  und verantwortet hauptsächlich die versicherungsmathematische Komponete der Life.Factory
  • Dr. Hofer wurde am 26.6. zum Mitglied des AR bis zur HV 2017 bestimmt
  • im AR wurde Dr. Hofder dann zum AR Vorsitzenden gewählt
  • in 2014 gab es 10 AR Sitzungen, dabei wurden aktuelle Kennzahlen sowie die strateg. und operative Entwicklung der AG diskutiert
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Bericht des Vorstands durch den Sprecher (Rolf Zielke) der MSG Life AG

1) Schwerpunkte der Gesellschaft

– Kernzkompetenz derzeit Lebensversicherung (LV) in Deutschland, Schweiz
– ein neues Standbein stellt Standardsoftware für die Krankenversicherung dar, dieses Geschäft wird in den USA aufgebaut und wird im Vorstand durch Hrn. Achter vertreten
Strategisch möchte man sich in den nächsten Jahren in folgende Richtungen weiter entwickeln:
  • Ausbau des Geschäfts im Bereich LV im Rest Europas
  • zudem möchte man sich als Anbieter implementierungsnahen Consultings in D, CH, und CEE positionieren
  • zudem möchte man das sehr gute laufende USA Geschäft weiter ausbauen, zum einen durch Gewinnung neuer Kunden und zum zweiten durch den Aufbau von Geschäft im Berreich Lebensversicherung in den USA
Erfolge und komparative Vorteile am Markt, Kennzahlen:
  • langjährige globale Partnerschaft mit IBM (seit 4-5 Jahren)
  • Markterfolg bei der AXA zusammen mit IBM (Technologie und Beratung für Produkte)
    – > 20 Standorte, > 100 Kunden (ca. 70-80 Bestandskunden), seit 2000 börsennotiert, gegr. 1980, ca. 900 MA
  • Inklusion von “Dynamsich Hybriden” (Lebensversicherungen) als einer der ersten Standardsoftwareanbieter für Versicherungsprodukte
  • Zertifiziert für IBM bluesystem (SOA) als einer der ersten –> Erfolg bei AXA mit IBM aufgrund der Technologiebasis
—> Software as a Service (Riesterzulagenverwaltung) 66% Marktanteil der msg.life +ber  Cloud
das Segment Wartung hat man bereits stark ausgebaut. so machte das Geschäft noch vor 5 Jahren 7-8% aus, heute dagegen bereits 25%
Wellpoint als Kunde der msg life in den USA im Bereich Krankenversicherung hat 25 Mill. Kunden
Opportunities: ERGO als Kunde der life.factory (bisher wird die life factory dort nur für einen Teil der Verträge genutzt, seit 2014 kann man alle Produkttypen in der life.factory abbilden) –> die Migration der Restbestände kommt u.U. als großer Auftrag in den nächsten 2-3 Jahren
einige Kennzahlen der MSG systems Gruppe:
– 1980 gegründet u.a. von Herrn Zehetmaier, der bei der HV in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied anwesend war
– msg hat mehr 5000 MA weltweit und erwirtschaftet einen (erwarteten) Umsatz von ca. 721 Mio. Euro in 2015
– die MSG systems hat Standorte in 25 Ländern
– die Tatsache, dass man zur msg Gruppe gehört und die msg als Mutter im Hintergrund fungiert, hilft Aufträge im zweistelligen Mio. Bereich zu gewinnen, denn dort geht es immer häufiger auch darum, die wirtschaftliche Substanz des möglichen Auftragnehmers zu prüfen
– zudem bekommt man um es mit den Worten des Vorstands zu sagen, den Vertrieb über msg quasi kostenlos zur Verfügung gestellt und es ergeben sich zusätzliche Vertriebskanäle
– man baut derzeit an einer Gesamtlösung für die Versicherungswirtschaft mit life.factory um alle Versicherungsprodukte in einer integrierten Lösung anbieten zu können, die erfolgt mit msg. life + weiteren Komponenten der msg
Bisher gab es in den letzten Jahren hauptsächlich 2 Zielsetzungen
1) Verkauf von nicht zur kernkompetenz gehörenden Töchtern (in 2014 vollendet mit dem Verkauf des Bankbereichs)
2) aus Märkten aussteigen, die nicht profitabel sind (hier hat man sehr hohe F+E Ausgaben gehabt, die oft keinen oder nur geringen Einnahmen in den jeweiligen Bereichen entgegen standen)
so wird u.a. Skandinavien nicht mehr bedient
einer der Bereiche, die man ausbauen will ist LV und KV in den USA
zudem wird der Consulting Bereich stärker auf die Kernzkompetenz ausgerichtet (kein Banking und im versicherungsbereich IT-nahe Beratung), sollten Kunden bestimmte Komponenten selbst implementieren wollen, so können Konzepte im Consulting  “mitgebracht werden” zum Kunden, da das Know-How zur grundsätzlichen Architektur schon vorhanden ist in der msg lfe
– > Das Segment Sachversicherung wurde innerhalb der msg life final beendet in 2014
aber: Versicherer fragen oft Gesamtlösungen an, daher werden komplementäre Teile dann durch msg Systems abgedeckt, z.B. für SV
Kostensenkung gelungen: der AR wurde auf 3 Personen reduziert, der Vorstand wurde ebenfalls auf 3 Mitglieder reduziert, zudem gab es auch eine Reduktion auf der nächsten Managementebene
Zudem werden Kosten für externe Dienstleistungen reduziert im Bereich der IT
Die Kosten haben sich wie folgt entwickelt: 2012:9,9 Mio. –> 2013: 6,5 Mio.  –> 2014: 5,8, dieser Trend sollte sich auch in 2015 fortsetzen
es erfolgte eine Reduktion von Mietflächen und -kosten; Standorte in  Kiel, Kopenhagen, Madrid und Zürich wurden geschlossen
In München konnte bei der Neuverhandlung des Mietvertrages eine Reduktion der Miete erreicht werden (langfr. Mietvertrag) Mieteinsparung 0,5 Mio. Euro; dies gelang, da der bestehende Mietvertrag vor 15 Jahren zu Hochzeiten der dot.com Blase zu sehr ungünstigen Konditionen geschlossen worden war

Strategische Ausrichtung der MSG Life AG

– die Entwicklung der msg.Insurance Suite (gesmamthafte Versicherungsplattform) wird aufgrund erhöhter Nachfrage in Akquisen in der msg Gruppe entwickelt mit folgenden Bestandteilen:
Leben (msg life) – Health (innovas) – P&C (msg systems)
primäre Mitbewerber für solche integrierten Versicherungslösungen sind hier: SAP sowie adesso
– die Life Factory Contract Komponente wurde auf JEE umgestellt (z.B. bei AXA und 10 weiteren Kunden) verbunden mit zusätzlichen Erlösen, die durch die Einführung der auf JEE Technologie basierenden Lösung entstehen
– zudem wurde das Strategie-Projekt zur Portierung der Life Factory Product auf JEE gestartet (Kernprodukt –> Ende des Jahres sollten neue Projekte auf dieser Basis starten können –> Anfang 2016)
– Bernhardt Achter ist im Vorstand für das USA-Geschäft verantwortlich und ist oft vor Ort in den USA
– Dr. Aristid Neuburger bringt extrem gutes fachliches Know-How mit, dass das sehr gute IT Know-How der msg life AG perfekt ergänzt, Dr. Neuburger war vor längerer Zeit bereits einmal bei der COR AG beschäftigt, noch bevor dieses mit der FJA fusionierte

2) Jahr 2014

  • IST-Umsatz gg. Plan: 104,3 Mio. gg. 101,5 Mio.
  • EBITDA: 11,4 Mio gg. 11,0 Mio.
  • USA: enorme Entwicklung in den USA: 20 Mio. Umsatz in 2014, dieses Jahr 23 bis 24 Mill. erwartet (dabei werden EBITDA Margen von über 20% erwirtschaftet!!)
  • die Umsatzentwicklung stellt sich wie folgt dar: Umsatz 11,2 Mio.–> 13,7 Mio.  — > 20,336 Mio.
  • Umsatz / EBITDA über Jahre

10; 11; 12; 13; 14; 15
116,2; 135,2; 136,7; 131; 104,3; 105(e)
7,4; 6,7; -9,1; -1,8; 11,4 (6,8); 8(e)

  • trotz des guten EBITDA von 11,4 Mio. (nach Sondereffekten 6,8) war das Konzernergebnis negativ in 2014, da man sich entschlossen hat, die hohe Position aktiver latenter Steuern noch einmal anzupassen, somit ist eine nicht zahlungswirksame Reduzierung des Konzernergebnisses entstanden; dies dient der vorsichtigen Bilanzpolitik und die latenten Steuern sollten nun lt. Aussagen des Vorstands vorsichtig angesetzt sein
  • Anmerkung des Autors dazu: diese aktiven latenten Steuern stellen zukünftige Steuerersparnisse dar, die durch die Nutzung von Verlustvorträgen auf erwartete Gewinne der nächsten 5 Jahre anfallen, eine Erhöhung oder (wie hier) Verminderung der aktiven latenten Steuern ist GuV wirksam und reduziert somit den Konzerngewinn; die Tatsache, dass man nun diese Position reduziert hat zeit, dass hier in der Vergangenheit offensichtlich auch über diesen Weg zu optimistische Betrachtungen in die ausgewiesenen Gewinne der Gesellschaft eingeflossen sind –> daher beurteile ich diesen Schritt positiv, weitere “Altlasten” wurden somit verarbeitet
  • positiv zu erwähnen ist, dass  Lizenzeinnahmen in 2014 stabil geblieben sind, obwohl die Bankingspart verkauft wurde
  • Umsatzsteigerung in D um ca. 3 Mill. bereinigt um Verkäufe in 2014
  • insgesamt Steigerung um 8 Mill. Euro (bereinigt um Verkäufe)Investion mittl. einstl. Millionenbereich der vor 5 Jahren eingegangen und nicht zum unmittelbaren Kernzgeschäschft gehörende Kundenverpflichteung

3) Ausblick auf das Jahr 2015 und fortfolgende

  • Umsatz geplant: 105 Mio. (Steigerung bereinigt 2,5 Mio.)
  • EBITDA: 8 Mio. (bereinigt um die Sondereffekte in 2014 entspricht dies einer Steigerung um 1 Mio. zum VJ)
  • 2016: 9,5 Mio. geplant (konservativ geplant)
  • zum heutigen Stand (der HV) sind die Planzahlen bei Umsatz und EBITDA leicht übererfüllt
  • Die Einführung der Life.Factory Ersteinführung bei HUK-Coburg zum 1.1.15 und bei der AXA zum 1.2.15 hat der MSG Life eine hohe Marktaufmerksamtkeit gebracht
  • H1 Zahlen werden am 18.8. veröffentlicht
  • weitere Ziele für 2015:
    • Life.Factory Product auf JEE umstellen(Investitionen!) –> hoffen auf Neukunden, eine Zusage von Bestandskunden gibt es bereits
    • die Integration der Life Factory mit CROSS-Komponenten in msg.invsurance Suite wurde in Q2 abgeschlossen

USA Geschäft der msg life AG

  • neben der weiteren Bearbeitung des KV Marktes ist auch der Markteintritt im Bereich Lebensversicherung geplant auf Basis der guten Marktposition
  • unter Nutzung neuer Vertriebskanäle der msg Gruppe (z.B. Tindall Associates: Rückversicherer mit 100 Erstversicherern als Kunden)
 Ziel für 2015: Gewinnung eines Neukunden für die Life Factory sowie auch einen Neukunden für die msg.Insurance Suite (Nutzung verstärkte Zusammenarbeit in der msg-Gruppe)
-> kein anorganisches Wachstum geplant, organisches Wachstum-> ertragsorientiert nicht Umsatzorientiert!!
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[nextpage title=”Allgemeine Diskussion und Fragen” ]

Fragen der Aktionärsvertreter zur HV der msg life AG

Hr. Wild (SdK)
  • Verlustvortrag und Aufteiling in Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer?
    31,3 Mio. Verlustvortrag in AG (ca. 30 Mio. Gewerbesteuer); KöSt in ähnlicher Höhe; in D GmbH 53,5 Mio. (51,3 Mio. Gewerbesteuer): KöSt in ähnlicher Höhe
  • Höhe der Abfindung Hr. Weimer? 2 Jahresgehälter, entspricht dem deutschem corporate governance codex
  • Vergütung Hr. Dr. Neuburger? Hr. Dr. Neuburger hat 50% Vertrag in der AG mit 50% Gehalt, da er zu 50% weiterhin Geschäftsführer der Beltios bleibt
  • Darlehen an Töchter die Tochter durch die msg und Konditionen? 2 Darlehen, mit jeweils 4%, beide Darlehen (10+4 Mio.) zurück gezahlt, in 2014 und Q1/2015; Darlehen
  • Wie Mietreduktion in München möglich? Bisher sehr ungünstige Konditionen, da der alte Mietvertrag in einer Boomphase abgeschlossen wurde, nun zahlt man marktübliche Zinsen und spart pro Jahr ca. 500 Tsd. Euro Mietkosten ein
  • Wie Reisekosten reduziert? 280 MA in Banking weggefallen, eletr. Reisetools, dass in der msg Gruppe eingesetzt wird –> effizienter
  • Mitwettbewerber? adesso und SAP, USA: CSC
  • Aufwand F+E? 9,6 Mio. 2014 ggü. 12,5 Mio. in 2013
  • Wie groß ist die Abhängigkeit von Obamacare in den USA? Lebenlösung für USA aufbauen, gemeinsames Leistungsportfolio mit msg in USA
  • Entwicklung in Spanien? Spanien ist near shore Standort mit Softwareentwicklung für USA, zudem wird versucht neues Geschäft in Spanien und Portugal zu generieren, dies allerdings ohne größere Investitionen
  • delisting? aktuell nicht geplant; lt. Auskunft des Vorstandes war das in den letzten Jahren kein Thema, da man mit dem Turnaround beschäftigt war; es gibt daher dazu keine Pläne und wohl auch keine Überlegungen
  • Dividende?: geplant ist die Jahre 2015 und 2016 für den Substanzaufbau zu nutzen und in 2017 über eine Dividende in 2016 nachzudenken; Voraussetzng dazu ist, dass man ausschüttungsfähig ist und sich die Einnahmen entwickeln wie erhofft
  • Hinweis TOP 5: Forderung SdK –> Einlage als Sachanlage mit bis zu 50% ist zu viel, sollte höchstens 10% betragen, ansonsten sollte eine HV einberufen werden
Hr. Hamann (DSW)
  • Restrukturierung? ist finalisiert und abgeschlossen mit 2014
  • Wachstumstreiber? Wo investieren die LV Gesellschaften: Lebensversicherung –> innovative Produkte (dynamisch hybride), Digitalisierung: Verlagerung zum Endkunden (z.B. Smartphoneintegration)
  • run-off geschäftsmodell: Heidelberger Leben, kauft nun Versicherungsbestände zur Abwicklung (in Q1 gab es hier eine weitere Beauftragung) –> MSG Life geht davon aus, dass sich dieses Geschäftsmodell weiter entwickelt
  • neue Kunden? im Consulting, Riesterzulagengeschäft (ca. 15)
  • Vertriebsmannschaft: Deutschsprachig 1 Leiter + 3 MA,
  • Forderungsausfälle: keine, keine Projekte für die sich das abzeichnet
  • offene Stellen (Inland/Ausland)? suchen immer Talente, keine offenen STellen in der Breite (die das Geschäft behindern würden)
  • MA Fluktuation? unter 3%, Tendenz in Richtung 2%
  • Schadenersatz gg. Hrn. Wörner?: abschließend geprüft, keine signifikanten Verletztungen; keine Weiterverfolgung
  • USA Obamacare? starke Niesche mit KV und additiv LV, auch heute Sales und Underwritting LÖsung, auch z.B. Consulting mit 10 MA aufgebaut
Hr. Schotte
  • delisting? momentan keine Planung dazu (weil einfach kein Thema)
  • was hat es mit der Zahlung von 5 Mio. aus alten Kundenverpflichtungen auf sich? –> muss man sich nochmal näher anschauen, wohl insgesamt 10 bis 15 Mio. Euro
  • ab wann kann der Anteil der msg erhöht werden?
    –> derzeit laufen Prüfungen, wie die Verlustvorträge in den einzelnen Gesellschaften genuttz werden können
    –> seit mitte letzten jahres kann msg aufstocken (bis auf 70%) ohne die Verlustvorträge zu gefährden
Hr. Eckardt (Eckardt Vermögensverwaltung Frankfurt)
  • Beltios – Warum wurde dieses Unternehmen von der msg systems und nicht msg life gekauft?: Geschäft ist disjunkt, während sich msg life auf die Systemnahe Beratung konzentriert, ist die Beltios eine Managementberatung für Versicherungen und kann deutlich höhere Tagessätze realisieren, man wollte die Position am Markt nicht verwässern, indem Beltios zur msg life AG gehört
  • MSG Insurance: wie werden Vergütungen aufgeteilt, wenn die Lösung verkauft wird beim Kunden? jede Gesellschaft trägt Kosten für Entwicklung für eigene Komponenten selbst, die Aufwendungen zur Entwicklung von Basistechnologie zur Integration werden vergütet) –> bei Verkauf an Kunden erhält jede Gesellschaft eine FEE und trägt das Risiko für ihren Teil
  • Warum lagen die Prüfungskosten so hoch? 393 Tsd. Euro (doppelt soviel wie bei adesso), 1/3 stammt aus dem Vorjahr, plus erhöhte Aufwände für Prüfungen
  • Zahlungsmittel: mittelfristige Zahlungsmittelverwendung
  • Ergebnisbeitrag Life (nur 1 Mio.), Non-Life (5,7 Mio.), was sind die Hintergründe? Non-Life: Großteil davon stammt aus der sehr gut laufenden USA Geschäft, großer Teil auch aus Slowenien; dieser Bereich sollte sich auch weiter sehr gut entwickeln; zudem enthält der Life Bereich alle non-core Bereiche und somit u.a. in der Hauptvesammlung etwas nebulös gebliebenen Teil mit “Kundenverpflichtungen aus der Vergangenheit, die noch pro Jahr einen mittleren einstelligen Millionenbetrag kosten.
  • LIFE: EBITDA Region von 10% sollte mittelfristig realistisch sein (nach Java Umstellung)
  • Life enthält auch die Kosten für das Thema mit mittlerem einstelligen Millionenbetrag, Kosten von einigen Millionen Euro
  • Lage Versicherunsbranche: schwierig, Evaluation von Projekten laufen länger, da genauer gerechnet wird; aber Standardsoftware gut für Kosteneinsparungen
  • Java-Entwicklung: das Versicherungsgeschäft hat innerhalb der msg Gruppe einen Umsatzanteil von über 50% und ist daher sehr wichtig; Themen in der Versicherungsbranche momentan neben den innovativen Produkten im Bereich Leben, auch im Front office die Digitalisierung für Versicherungen — In der MSG Gruppe ist die MSG Life verantwortlich für Leben, für cross systeme und integrative Komponenten
Zusatzversicherungskassen im öffentlichen Bereich: Altersvorsorge, Entwicklung Produkt mit einer Zusatzversogungskasse; ab 2017 selbst ohne Kunden jährlich ca. 3 Mio. an Wartungsumsätzen (30-40% Ertrag)
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[nextpage title=”Fazit zur Hauptversammlung der MSG Life AG” ]

Fazit zur MSG Life AG:

  • das delisting bleibt weiterhin ein Thema – nicht vom Management – aber es taucht in nahezu jeder Wortmeldung auf. Die Unsicherheit im Bezug auf dieses Thema und die Frage, was ein Unternehmen mit über 700 Mio. geplanten Umsatz in 2015 mit einer Tochter plant, die ca. 100 Mio. Umsatz macht und an der Börse notiert ist, wird – das machen die Fragen dazu deutlich – weiterhin viele davon abhalten in die Aktie zu investieren
  • hinzu kommt noch, dass seit kurzem die MSG Systems ihren Anteil auf 70% ausbauen kann, ohne die Verlustvorträge zu beeinträchtigen
  • rein operativ ist der Turnaround abgeschloßen und es ergeben sich durchaus einige Gründe, warum es in der Zukunft besser laufen kann
    • die Investitionen in die Umstellung der life.factory auf JEE sollten in 2015 größtenteils abgeschlossen sein
    • die etwas ominösen Investitionen in ein Projekt mit “Kundenverpflichtungen aus der Vergangenheit” kosten weiterhin pro Jahr einen mittleren einstelligen Eurobetrag und werden erst in 2017 zu Einnahmen führen –> dies sollte dann allerdings (meine Einschätzung!) zu einer Ergebnisverbesserung im mittleren einstelligen Millionenbereich führen können, wenn diese Investitionen wegfallen
  • man wird in entsprechenden Studien sowohl in Europa als auch in den USA am Markt als wichtiger Player wahrgenommen
  • man ist Bilanzschuldenfrei und das Management macht den Eindruck, dass man fokussiert an einer soliden Entwicklung des Unternehmens arbeitet und sich dabei auf die Kernkompetenzen konzentriert
  • bei entsprechender Ergebnisentwicklung wolle man in 2017 für eine Dividende für 2016 nachdenken

Alles in allem klingt das sehr positiv. Man wird hier voraussichtlich keine 50 oder 100% pro Jahr machen können, aber mit der Aktie kann man sich einen Anteil an einem soliden Unternehmen im Bereich Standardsoftware für Versicherungen in Depot legen. Sofern das Unternehmen in 2017 noch börsennotiert ist, kann man u.U. auch wieder mit Dividenden rechnen. Und wenn die Investitionen für die genannten Projekte durch sind, sollten sich die Ergebnisse ab 2016/2017 sehr positiv entwickeln.

Disclaimer:
Der hier dargestellte Ablauf der Hauptversammlung sowie die Aussagen der handelnden Personen stellen mein persönliches Verständnis dar. Dies beinhaltet somit Irrtümliche Mitschriften, Fehler bei der Niederschrift, ausgelassene Aussagen und Missverständnisse meinerseits. Daher übernehme ich keinerlei Verantwortung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der dargestellten Sachlage.
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1 Gedanke zu “Die Visionen des Herrn Zehetmair / Bericht zur HV der MSG Life AG

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